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Sich in Kleidung verstecken

Sich in Kleidung verstecken

Irgendwann geht es bei Kleidung nicht mehr um Stil, sondern ums Verstecken. Die Frage ändert sich. Nicht, was gut aussieht, sondern was am besten kaschiert. Welcher dunkle Stoff am weitesten vom Bauch absteht. Welche Jacke etwas Form vortäuscht. Welche Schichten am meisten verdecken.

Das macht das Anziehen zu einer anstrengenden täglichen Verhandlung. Du vermeidest das Anprobieren, du machst einen Bogen um Geschäfte, weil die Passform sofort die Wahrheit sagt und die Geschichte zerstört, dass das Gewicht ja kaum auffällt. Also passt du dich an. Du verlässt dich auf ein paar übergroße, sichere Teile und redest dir ein, du magst es einfach bequem. Bequemlichkeit zählt schon. Aber wenn du ehrlich bist, ist die weite Kleidung manchmal nicht Bequemlichkeit. Sie ist Tarnung.

Das kostet dich etwas. Du hast keine Freude mehr an Kleidung, du kaufst ohne jedes Selbstvertrauen, und selbst wenn etwas passt, hasst du vielleicht noch, wie bewusst es dir alles macht. Im Kern bist du es leid, dich zu verstecken. Du willst den Schrank öffnen und nach dem wählen, was dir gefällt, nicht nach dem, was am besten Schaden begrenzt. Wenn du dein Defizit hältst, kommst du dahin, eine weniger enge Schicht nach der anderen.

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